Eine Umbau-Übersicht aus dem Weser-Stadion

Das neue Dach der Westkurve

Das neue Dach der Westkurve

Blick ins Stadion vom Oberrang West

Blick ins Stadion vom Oberrang West

Sonnenuntergang an der Weser Foto: Matthias Knust

Sonnenuntergang an der Weser Foto: Matthias Knust

29.12.2010Bremer Weser-Stadion

Bis zum Wintereinbruch im Dezember letzten Jahres sah noch alles gut aus auf der wohl spannendsten Baustelle in Bremen. Fundamente wurden gegossen, tonnenschwere Stahlträger an ihre Bestimmungsorte bewegt, Dacharbeiten durchgeführt. Alles lief voll im aufgestellten Zeitplan für den Umbau des Weser-Stadions zur reinen Fußball-Arena. Bei bester vorweihnachtlicher Stimmung wurde aus Grün-Weiß dann in kürzester Zeit nur noch Weiß und die Winterpracht zeigte sich gnadenlos in ihrer ganzen Schönheit.

 

Das Quecksilber rutschte unter den Gefrierpunkt und war nicht ansatzweise bemüht, auch nur zeitweise über die Null-Grad-Marke zu klettern. Für die weihnachtliche Stimmung ein Genuss, für den Fortschritt auf der Baustelle ein Schlag vor den Bug. Wichtige Betonarbeiten konnten nicht mehr ausgeführt werden - zu kalt, die Dacharbeiten mussten eingestellt werden - zu gefährlich.

Den Verantwortlichen blieb also nichts anderes übrig, als sich mit der Situation abzufinden und auf besseres Wetter zu warten, sogar zu hoffen. Eine frostige Geduldsprobe stand in den folgenden Wochen auf der Tagesordnung im hohen Norden. Immerhin: Im Inneren der neuen Westtribüne konnten die Arbeiten, wenn auch nicht ganz nach Fahrplan, fortgesetzt werden.

Nun ist der Winter scheinbar überstanden und die Arbeiten bestimmen wieder den Alltag unter ganz normalen Voraussetzungen. Die Tribünenbereiche, sowohl im Ober- als auch Unterrang, sind, bis auf ein wenig Kosmetik, fertig gestellt. Die unterste Sitzplatzreihe ragt nun anmutige 10 Meter an das Spielfeld heran. Vorm "Heranziehen" der Tribüne waren es ca. 28 Meter - vom Ursprung her ist das Weser-Stadion eine Fußball- und Leichtathletikarena. Im Zuge des Umbaus wird auch die Infrastruktur im Bereich des gastronomischen Angebots und der sanitären Anlagen optimiert. Es entstehen moderne Kioske und WC-Anlagen in ausreichendem Maße. Auch mehr Platz entsteht auf der sogenannten Umlaufebene. Da der äußere Bestand des Weser-Stadions erhalten bleibt, ergibt sich durch den neu hinzugekommenen Bereich eine beinahe doppelt so große Aufenthaltsfläche für die Besucher als vor Beginn der Umbaumaßnahmen. Und das bei annähernd gleichbleibender Besucherkapazität. Sobald der Gästeblock, welcher sich momentan noch im Unterrang der Westkurve befindet, in den für die auswärtigen Fans vorgesehenen Teil des Oberrangs umzieht, wird in diesem Bereich die volle Kapazität ausgeschöpft werden können. Der endgültige "Umzug" (beim DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Augsburg bereits erprobt) ist für die Partie gegen den 1. FC Köln am 24.04.2010 angedacht. Bisher war dies nicht möglich, weil die Treppenhäuser zum Oberrang zu weiten Teilen nicht fertiggestellt werden konnten, denn auch hier hat der Winter sich eingemischt und wegen der Temperaturen das Giessen von Beton verhindert.

Der Gästebereich wird in seiner Größe variabel sein, um ihn der jeweiligen Besucheranzahl anzupassen. Es entstehen also keine großen Lücken bei nicht so hoher Anzahl auswärtiger Fans und für die Anhänger von Werder Bremen zusätzliche Plätze. Die Photovoltaikanlage der Arena wächst auch wieder. Mittlerweile ist, nach dem bereits die Südfassade und die Dächer über Nord- und Südtribüne fertig montiert und sofort in Betrieb genommen wurden, auch die Fassade Ost sehr weit fortgeschritten. Hier stehen bis zur Komplettierung nur noch Kleinigkeiten in Sachen Montage aus. Die Fertigstellung des Daches über der neuen Westkurve findet ebenfalls in den kommenden Wochen ihren Abschluss.

Mit einer beeindruckenden Größe von 74 m² hängt bereits die erste der beiden neuen LED-Videowände unter dem Dach der Westkurve. Diese konnte bisher noch nicht in Betrieb genommen werden, da die Daten- und Stromversorgung im Inneren des neuen Daches verlegt werden muss und wie bereits ja erwähnt, die Dachmontage durch den harten Winter ins Stocken geraten ist, so dass dies bisher nicht möglich war. Sobald das Eindecken des Daches beendet sein wird, kommen die Elektroinstallateure und stellen die Versorgung her. Der erste Einsatz der neuen Technik ist für das Heimspiel gegen den 1. FC Köln geplant. Im Folgenden heißt es dann Montage der Fassade West und ab Mitte April beginnt dann der Rückbau des Daches über der heimischen Ostkurve. Die diesjährig der WM in Südafrika geschuldete lange Sommerpause in der Bundesliga kommt dem Umbau zu Gute. Und Temperaturen wie in den vergangenen Monaten, sind in der Zeit von Mai bis August wohl eher nicht zu erwarten.